Freitag, 13. September 2013

"Erfolg lässt sich nicht erzwingen" von Eva Joachimsen

Wer sich für das Turniertanzen begeistert und es mit diesem Hobby ernst meint, muss viel Zeit dafür investieren. Melanie Sturmann, die Heldin der Geschichte, ist in ihrem Verein mit viel Herzblut dabei. In Mirko findet sie jedoch einen neuen Tanzpartner, der mit verbissenem Eifer auf Erfolge bei Wettbewerben fixiert ist. Er bringt Melanie schnell an die Grenze dessen, was sie mit ihren tänzerischen Erfahrungen und ihren beruflichen Verpflichtungen zu leisten vermag. Unaufhaltsam bahnen sich Konflikte an und selbst die Trainerin sorgt sich schon bald darum, dass sich bei Melanie die Freude am Tanz verflüchtigt.

Zunächst fühlt sich für Melanie alles wie eine Chance an. Mit dem versierten Mirko würde sie in eine höhere Leistungsklasse aufsteigen und beim Training viel von ihm lernen. Doch der macht Druck und vereinbart zusätzliche Übungstermine, um so schnell wie möglich an Turnieren teilnehmen zu können. Erste Misserfolge sind die Folge. Mirko erweist sich als egozentrisch und unfähig zu Selbstkritik. Bei aller Mühe kann Melanie nicht mit ihm Schritt halten, ist überfordert und gerät auch in ihrem Beruf als Buchhändlerin in Probleme. Dem Fotografen Dirk, der regelmäßig die Tanzwettbewerbe dokumentiert, entgeht Melanies Talent nicht. Er bemerkt jedoch auch, dass sie bei ihrem Partner an den Falschen geraten ist und ihr Potential nicht nutzen kann. Mehr zum Fortgang der Geschichte sei an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, dass nun alle Zutaten beieinander sind, um beherzt ein glückliches Ende anzusteuern.

Der Roman wird gradlinig erzählt und zieht ohne Umwege schnell in die Welt des Tanzes. Der Verlauf der Ereignisse wird zwar ziemlich schnell vorhersehbar, doch halte ich es in diesem Fall für einen großen Vorzug, dass die Geschichte ihre Versprechen hält und die Erwartung auf ein sich anbahnendes Liebesglück erfüllt.

Ohne Zweifel lässt die Autorin Eva Joachimsen spüren, dass sie sich in dem Metier der Tanzvereine gut auskennt. Die konzentrierte Anspannung beim Training, die Wettkampfatmosphäre und die Plaudereien der Tänzer lassen den Alltag im Verein glaubhaft lebendig werden. Alles in allem ein unterhaltsames Buch mit tänzerischer Leichtigkeit.


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